Rincón del lector Alemán Avanzado

 

Vereinigte Staaten  

Erster Ebola-Fall in New York

Für New York wird ein Schreckensszenario wahr: Es gibt einen ersten Ebola-Kranken in der Stadt. Der Arzt hat sich bei einem Hilfseinsatz in Westafrika angesteckt.

Der 33-jährige Mediziner Craig Spencer war vor wenigen Tagen aus Westafrika zurückgekehrt und hatte zuletzt über Fieber und Durchfall geklagt. Er wurde sofort in die Isolierstation des Bellevue-Krankenhauses (Artikelbild) in Manhattan gebracht. Bei Tests bestätigte sich der Ebola-Verdacht.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio warnte vor Panik und Hysterie: “Es gibt keinen Grund zur Sorge. Wir haben ein starkes Team, und wir sind seit Monaten vorbereitet. Jetzt läuft ab, was wir so oft geübt haben”, betonte der Bürgermeister. Ebola übertrage sich nur durch Körperflüssigkeiten: “Es genügt nicht, im selben U-Bahn-Wagen zu sein oder in der Nähe zu wohnen.” Der Gouverneur der US-Metropole, Andrew Cuomo, erklärte: “Wir hatten alle gehofft, dass dieser Tag nie kommen wird. Aber wir sind hier in New York, und Menschen aus aller Welt kommen zu uns. Diese Nachricht konnte uns nicht überraschen.”

Als Ebola-Helfer in Guinea

Der Mediziner war im September und Oktober für die Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” im westafrikanischen Guinea im Einsatz gegen Ebola. Nach Angaben der New Yorker Gesundheitsbehörden kehrte Spencer am 17. Oktober über den Internationalen Flughafen John F. Kennedy in die USA zurück.

Er selber hatte auf seiner Facebook-Seite angegeben, um den 18. September herum nach Guinea gereist zu sein. Am 16. Oktober sei er nach Brüssel geflogen und von dort weiter in die USA. Die maximale Inkubationszeit bei Ebola beträgt 21 Tage. Infizierte können Ebola erst übertragen, wenn sie bereits Symptome wie Fieber oder Erbrechen zeigen.

Wie die Behörden weiter mitteilten hatte der Arzt seit seiner Rückkehr aus Westafrika nur zu wenigen Menschen Verbindung gehabt. Mit seiner Verlobten sowie zwei Freunden habe Spencer in engem Kontakt gestanden, alle drei seien unter Quarantäne gestellt worden. Niemand von ihnen zeige Ebola-Symptome.

Wohnung versiegelt

Eine der drei Personen befinde sich ebenfalls im Krankenhaus, berichtete die Gesundheitsbeauftragte von New York, Mary Travis Bassett. Für eine vierte Person, einen Taxifahrer, bestehe kein Risiko. Die Wohnung des Mannes im Stadtteil Harlem in Manhattan sei versiegelt worden, so die Behörden weiter. Der Rest des Hauses sei für die Bewohner aber frei zugänglich. Drei Polizisten bewachten es.

Schon 10.000 Infizierte

Die schwerste Ebola-Epidemie in der Geschichte wütet vor allem in Liberia, Sierra Leone und in Guinea in Westafrika. Die Virus-Erkrankung wurde aber auch nach Spanien und die USA eingeschleppt. Im texanischen Dallas steckten sich zwei Krankenschwestern bei der Behandlung eines Ebola-Patienten an. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge haben sich in Westafrika inzwischen etwa 10.000 Menschen infiziert. Etwa die Hälfte der Patienten ist gestorben.

Ebola-Kontrolle an der Grenze von Mali zu Guinea

Kind in Mali infiziert

Auch im bislang von Ebola verschonten westafrikanischen Mali gibt es jetzt einen ersten Krankheitsfall. Es handelt sich um ein zweijähriges Mädchen, das kürzlich mit seiner Großmutter im Nachbarland Guinea unterwegs gewesen sei, teilte das Gesundheitsministerium in Bamako mit. “Jeder, der mit dem Mädchen Kontakt hatte, steht unter medizinischer Beobachtung”, sagte ein Sprecher. Er rief die Bevölkerung zur Ruhe auf, es werde alles getan, um eine Ausbreitung der Krankheit in Mali zu verhindern. Zugleich forderte er die Bürger auf, nicht unbedingt notwendige Reisen in die von Ebola betroffenen Länder und Regionen zu unterlassen.

wl/gmf (dpa, afp, rtr)

21/11/2014

                     Der Aberglaube

         Schwarze Katze sitzt am Fenster, Freitag, der 13.                                         Läuft sie nun nach rechts oder nach links?

 

Reisen Sie an einem Freitag, der auf den 13. eines Monats fällt? Oder kehren Sie sofort um, wenn Ihnen eine schwarze Katze von links nach rechts über den Weg läuft? Tragen Sie immer dieselbe Krawatte zu einem Vorstellungsgespräch, weil Sie Ihnen schon mal Glück gebracht hat?

Dann sind Sie ohne Zweifel abergläubisch.

Beim Aberglauben an die Zahl 13 geht es sogar so weit, dass viele Hotels auf die Zimmernummer 13 verzichten und Fluggesellschaften selten Sitze mit der angeblichen Unglückszahl haben. Dabei gibt es für den schlechten Ruf der Zahl gar keine Beweise.

Aberglaube ist also sowohl die Angst vor nicht nachweisbaren Dingen wie auch das Vertrauen in etwas nicht Erklärbares.

Übrigens: Aberglaube variiert von Land zu Land. In Japan und China ist zum Beispiel die Vier eine Unglückszahl. Und die Italiener fürchten die Zahl 17.

Andere Länder, andere Aberglauben.

Und läuft Ihnen die Katze von rechts nach links  über den Weg, dann verheißt sie                                   – zumindest in Deutschland – Glück!

                     Der Brückentag

        Schlafender Eisbär                                  Ein Brückentag ist genau der richtige Tag für einen Besuch im Zoo.

 

Brückentage gibt es nur wenige im Jahr und in Deutschland erwartet man sie sehnsüchtig.

Denn dann haben die Menschen das Gefühl, tatsächlich kurz Ferien zu haben                                           – auch wenn sie nur vier Tage dauern.

Brückentage finden grundsätzlich freitags oder montags statt, und zwar dann, wenn der Donnerstag oder der Dienstag ein gesetzlicher Feiertag ist. Dann reichen Massen von Arbeitnehmern Urlaub ein, die Schulen geben ihren Schülern frei und ganz Deutschland verreist oder genießt vier schöne Tage im Café, im Bett oder im Schwimmbad.

Der Brückentag ist sozusagen eine Brücke von einem schönen Feiertag in ein erholsames Wochenende. Nur leider geht es am anderen Ende der Brücke immer mit einer anstrengenden Arbeits- oder Schulwoche weiter.

12/12/2014

Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt

Der deutsche Weihnachtsmarkt ist weltberühmt. Deshalb kommen im Dezember Besucher aus vielen Ländern in die Heimat von Lebkuchen und Glühwein, und manchmal treffen sie dann sogar das Christkind.

 

 

In der Vorweihnachtszeit sieht man in deutschen Innenstädten überall Holzbuden, an denen heiße Getränke und Christbaumschmuck verkauft werden. Etwa 1500 große und kleine Weihnachtsmärkte gibt es jedes Jahr in Deutschland. Einige haben eine sehr lange Tradition.

Einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands ist in Dresden. Er findet 2014 zum 580. Mal statt. Die bayerische Kleinstadt Rothenburg ob der Tauber ist wegen ihrer mittelalterlichen Altstadt einBesuchermagnet, dorthin kommen besonders viele Touristen aus Asien. Und beim berühmten „Nürnberger Christkindlesmarkt“ kann man das Christkind treffen, das von einer Frau imEngelskostüm dargestellt wird. 

In den Großstädten können Glühwein-Enthusiasten meist zwischen mehreren Märkten wählen: So gibt es in Köln sogar sieben Weihnachtsmärkte. Auf dem größten Markt am Dom werden in diesem Jahr rund vier Millionen Gäste erwartet – so viele wie sonst nirgendwo in Deutschland. Eins ist auf allen Weihnachtsmärkten gleich: An den vielen Ständen kann man handgefertigtes Spielzeug, Geschenke und regionale Spezialitäten wie zum Beispiel Lebkuchen oder Christstollen kaufen.

„Der Run auf die Weihnachtsmärkte ist ungebrochen“, sagt Hans-Peter Ahrens, der Präsident der deutschen Marktkaufleute. Mittlerweile gibt es auch moderne Ableger mit Autoscootern und Bierständen. 2013 besuchten etwa 85 Millionen Menschen aus der ganzen Welt einen Weihnachtsmarkt. Am schönsten ist es für die Besucher, wenn das Christkind es dann schneien lässt.

Glossar 

Weihnachtsmarkt, -märkte (m.) – ein Markt, der nur in der Weihnachtszeit stattfindet

Lebkuchen, – (m.) – ein Gebäck mit Gewürzen und Honig

Glühwein, -e (m.) – ein für Weihnachten typischer Wein mit Gewürzen, den man warm trinkt

Christkind (n., nur Singular) – eine christliche Symbolfigur des Weihnachtsfestes, meist als → Engel dargestellt

Vorweihnachtszeit (f., nur Singular) – die Zeit vor Weihnachten

Holzbude, -n (f.) – ein kleines Haus aus Holz mit einem Raum (auch: der Stand)

Christbaumschmuck (m., nur Singular) – schöne Dinge wie Kugeln oder Lametta, mit denen man zu Weihnachten den Tannenbaum schmückt

mittelalterlich – bezogen auf eine Epoche der europäischen Geschichte (etwa 500 bis 1500 n. Chr.) 

Besuchermagnet, -en (m.) – hier: ein Ort, an den viele Menschen kommen wollen

Engel, – (m.) – ein himmlisches Wesen in Gestalt eines Menschen mit Flügeln

Enthusiast, -en/ Enthusiastin, -nen (m./f.) – ein Fan; ein Liebhaber

Dom, -e (m.) – eine besonders große und schöne Kirche

handgefertigt – mit den Händen hergestellt; ohne Hilfe einer Maschine gemacht

Spezialität, -en (f.) – eine Sache, die für etwas oder jemanden besonders typisch ist

Christstollen, – (m.) – ein länglicher Kuchen, den man in der Weihnachtszeit isst

Run, -s (m., meist Singular; aus dem Englischen) – hier: der Ansturm; die Nachfrage

ungebrochen – hier: so, dass etwas nicht weniger wird 

Marktkaufleute (nur Plural) – Leute, die auf einem Markt etwas verkaufen

Ableger, – (m.) – hier: eine Variante; eine neue Form

Autoscooter, – (m., Scooter=aus dem Englischen) – ein kleines elektrisches Auto, mit dem man auf dem Jahrmarkt im Kreis fährt

 

27/02/2015

  

 

Frühling, Sommer, Herbst, Winter und … richtig: die fünfte Jahreszeit heißt Karneval! Bei diesem Stichwort denken die meisten Menschen sofort an schöne venezianische Masken  oder an Rio de Janeiro und seine bunten Samba-Gruppen. Sie wahrscheinlich auch, oder?

 Wussten Sie schon, dass die „närrische Zeit“ auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefeiert wird? Der Karneval hat bei uns sogar eine besonders lange Tradition. Ein kurzer Blick zurück ins Mittelalter beweist es:

Das lateinische carne vale bedeutet soviel wie „Abschied vom Fleisch“. Damit sind die Wochen zwischen dem Dreikönigstag (6. Januar) und dem Osterfasten gemeint. Nach dem Karneval beginnt im katholischen Glauben die 40-tägige Fastenzeit. Katholische Christen dürfen in dieser Zeit Fleisch und auch einige andere Lebensmittel nicht essen. Ist es ein Wunder, dass die Menschen vorher noch einmal genussvoll essen und trinken wollen?

Die „Fastnacht“, die Nacht vor dem Fasten, dauert sechs Tage lang, vom „unsinnigen Donnerstag“ bis zum „Faschingsdienstag“. In dieser Hochzeit des Karnevals gibt es viel gutes Essen, Wein, Bier und Schnaps. Musikanten spielen auf, es wird gescherzt und getanzt. Die Leute verkleiden sich mit fantasievollen Masken und Kostümen. So können sie während der närrischen Tage allen Leuten die Meinung sagen, auch solchen, bei denen sie sich das sonst nicht trauen würden. In jeder Region, ja sogar in jedem Ort entwickeln sich im Lauf der Jahrhunderte

 eigene Masken und Fastnachtsbräuche.

Für die Kirche zeigt sich im lauten Karneval die verrückte und verkehrte Welt des Teufels. Weil aber gerade im Kontrast dazu die stille Fastenzeit und das Osterfest an Würde und Bedeutung gewinnen, duldet sie ihn.

 Seit dem 19. Jahrhundert lässt der Glaube im deutschsprachigen Raum immer stärker nach. Mit dem Osterfasten verschwindet auch die religiöse Bedeutung des Karnevals. Seine übrigen Funktionen erfüllt er aber weiter. Bis heute verkleiden und maskieren sich viele Menschen gerne. Sie wollen für ein paar Tage oder Wochen ihr Alltagsleben vergessen und in eine andere Rolle schlüpfen. Sie wollen miteinander Spaß haben und feiern. Viele nützen die ausgelassene und freizügige Stimmung auf den großen und kleinen Festen auch für amouröse Abenteuer.

Die „fünfte Jahreszeit“ beginnt am 11. 11. um 11 Uhr und 11 Minuten. In vielen Orten gibt es Karnevalsvereine, die aus ihren Reihen einen Faschingsprinzen und eine Prinzessin wählen. Dieses Prinzenpaar „herrscht“ während des Karnevals über das „Narrenvolk“.

Die Zeit der Maskenbälle und Faschingsfeiern fängt erst nach Neujahr an und erreicht ihren Höhepunkt zwischen dem „unsinnigen Donnerstag“ und dem „Faschingsdienstag“. In vielen Städten gibt es

Karnevalsumzüge . Die größten finden in Köln, Mainz und Düsseldorf

am „Rosenmontag“ statt, dem vorletzten Tag des Karnevals. Am Faschingsdienstag wird noch einmal richtig wild gefeiert, bis kurz vor Mitternacht mit dem „Kehraus“, dem letzten Tanz, der Karneval zu Ende geht.

Am nächsten Tag, dem „Aschermittwoch“ streute man sich früher, zum Zeichen der Reue morgens Asche auf den Kopf und begann mit dem Fasten. Heute dagegen schluckt so mancher eine Kopfschmerztablette und geht  dann zur Arbeit. Die wilden Tage sind zuende und das Alltagsleben geht wieder los.                         Bis zum 11. 11. um 11 Uhr 11.

 

 

27/03/2015

 

Was ihr schon immer über Ostern wissen wolltet …

Am Ostersonntag sucht man in Deutschland die Eier, die der treue Osterhase – wie jedes Jahr – versteckt. Aber woher nimmt der Hase eigentlich die Eier und was hat er mit der christlichen Tradition zu tun?

Ein Kaninchen und bunte Ostereier auf einer Wiese.

Ostern ist ein buntes Fest, das aus verschiedensten Glaubensrichtungen und Bräuchen entstanden ist. Auch wenn heute viele glauben, dieses Fest sei eine rein christliche Tradition, sind seine Ursprünge wesentlich älter. Erst als die Kirche beschloss, anstelle des Frühlingsfests die Auferstehung Jesu Christi zu feiern und Ostern zum bedeutendsten Fest der Christenheit zu machen, wurde das Osterfest mit der christlichen Religion in Verbindung gebracht.

Ostern, so wie wir es heute feiern, hat aber auch viele heidnische Elemente und geht außerdem auf das jüdische Pessachfest zurück, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert. Genauso wie der Termin des Pessachfests richtet sich auch der variable Termin des Osterfests nach dem ersten Frühlingsvollmond.

Das Wort Ostern

Der Name geht vermutlich auf ein heidnisches germanisches Frühlingsfest zurück, das zu Ehren der Göttin der Morgenröte gefeiert wurde. Ihr Name war im Althochdeutschen Ostara, und so kann sie wohl als Namenspatin für unser heutiges “Ostern” gelten. Man nimmt auch eine Verwandtschaft mit dem Wort “Osten” an – der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs. Denn das Fest wurde immer nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert und sollte den kalten, dunklen Winter vertreiben.

Das Ei

Das Ei scheint schon seit Langem zum Osterfest zu gehören. Bei den Germanen – wie auch bei vielen anderen Völkern – stand es für Fruchtbarkeit, und in der christlichen Theologie steht es für die Auferstehung. So eignet es sich gut als Symbol für die Jahreszeit, in der die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und das Leben wieder neu in Schwung kommt.

Eine andere Erklärung für die Tradition des Ostereis ist etwas jünger und hat einen eher praktischen Hintergrund: Während der vorösterlichen Fastenzeit durften die Gläubigen unter anderem keine Eier verzehren. Alle Eier, die während der 40 Tage vor Ostern liegengeblieben waren, mussten also am Ostersonntag gegessen werden.

Lamm und Hase

Ein weiterer Brauch ist das Osterlamm, das wie viele andere christliche Traditionen jüdischen Ursprungs ist. Inzwischen gehört es, ob süß aus Teig oder salzig als Braten, fest zu den Osterfeierlichkeiten in vielen Ländern dazu.

Der Hase, ohne den Ostern heutzutage nicht mehr vorstellbar ist, weil er angeblich für das Bemalen und Verstecken der Eier zuständig ist, wurde erst im 19. Jahrhundert so richtig bekannt: Im Zuge der Industrialisierung wurde auch das Osterfest kommerzialisiert. Der niedliche Hase verkaufte sich sowohl als Spielzeug als auch als Schokoladenfigur gut.

Seine Verbindung zum Frühlingsfest und zu den Eiern besteht vermutlich in der Fruchtbarkeit, die auch ihm zugeschrieben wurde, weil Hasen sich sehr schnell vermehren. Sollte der Osterhase sich dieses Jahr also um seine vielen Kinder kümmern müssen und deswegen keine Zeit haben, euch Ostereier zu bringen, gibt es immer noch Hoffnung: Meistens versteckt er die Eier so gut, dass man immer auch noch das ein oder andere aus dem Vorjahr findet!

                               

23/10/2015

Ein Mann und sein Lebenswerk: Konrad Duden starb vor 100 Jahren

Der Vater der einheitlichen deutschen Rechtschreibung

Er stellte sich dem Flickenteppich der deutschen Sprache entgegen und schuf ein Werk, das Generationen überdauerte. Ein penibler Erbsenzähler war Konrad Duden aber nicht – ganz im Gegenteil.

Ein Mann und sein Lebenswerk: Konrad Duden starb vor 100 Jahren

© Ronald Wittek/DPA

Es war eine lustige Wette: Er werde keinen Satz bilden können, der mit sechs Mal “die” beginnt, spottete Konrad Duden über einen angeberischen Justizrat. Dieser scheiterte tatsächlich – und Duden konnte mit seinem Satz “die, die die, die die Dietriche erfunden haben, verdammen, tun unrecht” fünfzig Flaschen Wein einstreichen. Der am Montag vor 100 Jahren verstorbene Duden war für seinen Sprachwitz und Humor bekannt. Vor allem aber machte er sich als Vater einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung verdient. Ein nicht selbstverständlicher Erfolg, wie zuletzt der verbissene Streit um die 1998 endgültig in Kraft getretene Rechtschreibreform zeigte.

Duden wurde am 3. Januar 1829 auf Gut Bossigt beim niederrheinischen Wesel geboren. Er studierte in Bonn, war Hauslehrer in Frankfurt und Genua, arbeitete in Soest am Gymnasium, bevor er 1869 mit 40 Jahren als Gymnasialdirektor nach Schleiz in Thüringen ging. Die für die damalige Zeit noch wenig verbreitete Mobilität des Lehrers war prägend für ihn. Denn so war er in dem auch nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 erst allmählich zu einem Land zusammenwachsenden deutschen Flickenteppich mit ständig wechselnden Rechtschreibungen konfrontiert.

In fast jedem der früher noch mehr als dreißig deutschen Staaten, in fast jedem Verlag und fast jeder Behörde gab es eine eigene Hausrechtschreibung. Dem Schulleiter stieß dies zunehmend sauer auf. Noch an seiner Stelle in Schleiz formulierte er unter dem Titel “Die deutsche Rechtschreibung. Abhandlungen, Regeln und Wörterverzeichnis mit etymologischen Angaben” Rechtschreibregeln. Doch aus dem kleinen Fürstentum Reuß heraus hatte Duden zu wenig Einfluss. So nahm er 1876 das Angebot an, im großen Preußen die Leitung des Gymnasiums Hersfeld zu übernehmen. Zusammen mit seiner Frau Adeline und ihren sechs gemeinsamen Kindern – ein siebtes Kind war nach der Geburt gestorben – zog er nach Preußen.

Netzwerker in Preußen

Im mächtigsten der deutschen Königreiche hatte Duden nun direkten Kontakt zu den Schulbehörden, denen er bald seine Vorschläge unterbreitete. So wurde er 1876 als Experte zur 1. Orthographischen Konferenz nach Berlin eingeladen. Duden vertrat dort eine liberale Linie. “Schreibe, wie du sprichst”, lautete seine Maxime. Dem gegenüber stand das historische Prinzip, das sich an der Schreibung des Mittelhochdeutschen orientierte und von Duden als aristokratisch empfunden wurde. Die Gegensätze waren unüberwindbar, die Konferenz scheiterte.

Statt sich in den Schmollwinkel zurückzuziehen, machte Duden nun Nägel mit Köpfen. Er setzte sich in sein Studierzimmer und verfasste 1880 sein “Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache”. Ein aus 27.000 Stichwörtern bestehendes Kompromisswerk auf Grundlage der preußischen Regeln mit Hinzuziehung der bayerischen Regeln entstand, mit dem sich Duden auf der 2. Orthographischen Konferenz 1901 durchsetzte. Die Regeln wurden 1903 zur amtlichen deutschen Rechtschreibung erklärt und erst mit der Reform von 1998 wieder in der Substanz verändert.

Über die Reform von Dudens Regelwerk wurde mit größter Heftigkeit gestritten – so ähnlich wie bei der gescheiterten 1. Orthographischen Konferenz. Die seit dreizehn Jahren geltenden neuen Regeln gelten als Folge des Streits der verschiedenen Lager bis heute als ein Kompromisswerk, das manche Widersprüche in sich trägt und wohl niemanden zu hundert Prozent zufrieden gestellt hat. Und es waren auch schon Überarbeitungen nötig. 2006 traten nach Empfehlung des Rechtschreibrats überarbeitete Regeln in Kraft, das Gremium beobachtet auch die weitere Entwicklung der Schriftsprache. Die kontinuierliche Arbeit an der Rechtschreibung ist ebenfalls ein Erbe Dudens: Als er 1911 mit 82 Jahren starb, lag auf seinem Schreibtisch das nahezu abgeschlossene Manuskript der neunten Duden-Auflage.

11/12/2015

Nikolaustag in Haslach – schauerlich schön

Wer zwischen dem 3. und 6. Dezember bei einbrechender Dunkelheit in Haslach unterwegs ist, der kann einer seltsam, ja unheimlich erscheinenden Gruppe begegnen: Durch die mittelalterlichen Gassen des Städtchens laufen der Bischof Nikolaus, ein Engel, der mächtige „Biggeresel“ sowie der Pelzmärtel und der finster drein schauende Ruprecht.

Nikolaustag in Haslach im Kinzigtal: Im Vordergrund Nikolaus und Engel, dahinter der weiße Biggeresel, der düstere Ruprecht und Pelzmärtel

Nikolaustag in Haslach im Kinzigtal: Im Vordergrund Nikolaus und Engel, dahinter der weiße Biggeresel, der düstere Ruprecht und Pelzmärtel

Die „Haslacher Nikolausgruppe mit dem Biggeresel“ zieht von Haus zu Haus – seit mehr als 100 Jahren.  „Ich klopfe an an Euer Haus, es kommt der Heilige Bischof Nikolaus“, mit diesen Worten kündigt sich St. Nikolaus mit seinem Gefolge an und drinnen in den Stuben warten ängstlich, aber auch erwartungsvoll die Kinder auf das Erscheinen dieser vorweihnachtlichen Gruppe.

Nikolaustag seit mehr als 100 Jahren

Bei einer bereits 1911 durchgeführten Xaveritagsfeier im Gasthaus „Kanone“, wo sich die Xaveri und Franz-Xaveri anlässlich ihres Namenstages versammelt hatten, traten diese Haslacher Nikolausgestalten bereits in Erscheinung.
Dieser Auftritt von Nikolaus und Biggeresel samt himmlischem Engel hatte damals sogar in der Heimatzeitung, der „Schwarzwälder Volksstimme“ Beachtung gefunden und ist bis heute der älteste schriftliche Nachweis zum Haslacher Nikolausbrauch, welcher in ähnlicher Form übrigens in den Gemeinden Steinach (Klausenbigger) und Unterentersbach (Bückesel) lebendig geblieben ist.

Heinrich Hansjakob erzählt

Will man mehr über den Nikolaustag in Haslach, vor allem im 19. Jahrhundert wissen, so tut man gut daran, beim Chronisten Schwarzwälder Lebens, beiHeinrich Hansjakob nachzuschlagen. Insbesondere in seinem Buch  „Aus meiner Jugendzeit“ hat er dieses Brauchtum beschrieben.

So schreibt Hansjakob:
“Nach der Kirchweih- und Herbstzeit gehen rauhe Winde über Feld und Gasse und der junge Erdenbürger ist vorübergehend auch kein Feind eines warmen Ofens, um seine erstarrten Hände zu wärmen. In diese Zeit fiel uns ein schauerlich schöner Festtag, der Tag des Heiligen Nikolaus – „Santiklaus-Tag“.
Er war in seinen Vorwochen ein Tag des Gebetes und halb freudigen, halb ängstlichen Harrens. Sobald es Nacht geworden am 5. Dezember, saßen die Kinder jeder Familie um den väterlichen Tisch, jedes sein Kerbholz vor sich liegend und unter Herzklopfen der Dinge wartend, die da kommen sollten. Wenn einst Posaunen zum Weltgericht blasen, können die Menschen nicht leicht mehr erschrecken als wir erschraken, wenn vor der Türe ein Kettengerassel die Ankunft des „Santiklaus“ verkündete. Und nun öffnete sich die Pforte und herein trat der Richter des Kinderhimmels…“

 29/01/2016

Vor der Hochzeit: Der Polterabend – Scherben bringen Glück!

Porzellan zerschlagen - Das gehört zu jedem Polterabend dazu!

Riesige Scherbenhaufen, jede Menge Gäste und eine tolle Party: Der Polterabend ist ein uralter Brauch, um sich aus dem Junggesellenleben zu verabschieden.

Junggesellenabschied oder Polterabend? Immer mehr Brautpaare entscheiden sich heute für den Trend aus Amerika und England: Getrennt voneinander feiern sie kurz vor der Hochzeit mit den engsten Freunden einen Junggesellenabschied – häufig mit verrückten Kostümen, lustigen Spielchen und jeder Menge Alkohol. Der Polterabend scheint unterdessen immer weiter in den Hintergrund zu treten, dabei ist er einer der ältesten Hochzeitsbräuche, die wir kennen. Verstaubt ist er deswegen noch lange nicht!

Wann?

Folgt man der Tradition, muss der Polterabend direkt am Abend vor der Hochzeit gefeiert werden. Das Brautpaar verabschiedet sich dann in der Regel gegen Mitternacht von der Feier, um am Tag der Hochzeit ausgeschlafen zu sein. Mittlerweile wird allerdings nur noch selten so kurz vor der Trauung gepoltert. Viele Paare laden einige Tage oder sogar ein bis zwei Wochen vor der Hochzeit dazu ein. Der Vorteil: Die Party endet für sie nicht so früh und das Risiko, am Hochzeitstag doch müde und verkatert zu sein, fällt weg.

Wo?

Ursprünglich wurde der Polterabend vor dem Haus der Brauteltern oder der Braut gefeiert. Auch diese Tradition hat sich aber inzwischen gewandelt. Nur die wenigstenBräute dürften kurz vor der Hochzeit noch im Haus ihrer Eltern wohnen und auch Bräute mit eigener Wohnung sind der Einzelfall. Die meisten Paare wohnen bereits zusammen. Fällt der Polterabend in kleinerem Rahmen aus, kann also in der gemeinsamen Wohnung, der Garage oder in einem Zelt im Garten gefeiert werden. Werden mehr Gäste erwartet, empfiehlt es sich, einen Saal zu mieten – zum Beispiel im Vereinsheim, einem Club oder von der Gemeinde.

Mit wem?

RTEmagicC_Polterabend-Paar_Textbild.jpg.jpg

Anders als beim Junggesellenabschied feiern beim Polterabend Braut und Bräutigam gemeinsam. Zudem ist die Gästezahl häufig sehr viel größer als bei der Bachelorparty. Der Polterabend bietet eine wunderbare Gelegenheit, um mit Bekannten zusammenzukommen, die aus Budget- oder anderen Gründen nicht zurHochzeitsfeier eingeladen sind. Dazu können Kollegen, Nachbarn, Vereinsmitglieder oder alte Schulfreunde gehören. Hier darf mitfeiern, wer möchte. Offizielle Einladungen werden nicht geschrieben. Das Brautpaar gibt meist lediglich Ort und Datum bekannt und öffnet die Party somit auch für überraschende Gäste.  Bei der Planung sollte das unbedingt bedacht werden!

Wie?

Viele Brautpaare organisieren ihren Polterabend selbst, in einigen Fällen übernehmen – ähnlich wie beim Junggesellenabschied – aber auch die Trauzeugen oder enge Freunde die Organisation. So oder so, der Polterabend ist eine sehr zwanglose Feier. EinenDresscode gibt es nicht und auch Geschenke für das Brautpaar sind nicht zwingend notwendig – aber auch kein No-Go. Was unbedingt zum Polterabend gehören sollte istMusik – wahlweise vom DJ oder einer Computer-Playlist  – sowie Getränke und Speisen. Traditionell wird am Polterabend eine Hühnersuppe aufgetischt, aber auch eine Grillstation im Sommer oder ein Buffet zu dem bei Bedarf jeder Gast etwas beitragen kann, sind möglich.

Der Höhepunkt des Polterabends

Der unbestrittene Höhepunkt eines jeden Polterabends ist natürlich das Poltern. AltesPorzellan, angeschlagene Keramikwaren – hier darf Geschirr nach Lust und Laune zerdeppert werden. Selbst Blumentöpfe, Fließen und Waschbecken sind gern gesehene Wurfgegenstände. Die Scherben sollen dem Brautpaar Glück bringen und böse Geister vertreiben. Nicht zerschlagen werden dürfen allerdings Gläser und Spiegel – das soll Pech bringen! Der Scherbenhaufen muss im Anschluss vom Brautpaar gemeinsam aufgefegt werden. Damit symbolisiert es, dass Herausforderungen auch in Zukunft zusammen gemeistert werden. Für das Poltern empfiehlt es sich, einen festen Bereich festzulegen – etwa eine Garageneinfahrt – um den Scherbenhaufen räumlich zu begrenzen. Wer besonders viel Gepolter erwartet, sollte vorab einen Container zur Entsorgung bestellen.

Die Polterhochzeit

Einige Paare sind mittlerweile dazu übergegangen, Polterabend und Hochzeit zusammenzulegen. Sie feiern eine sogenannte Polterhochzeit. Andere organisieren vor der Hochzeit sowohl einen Polterabend als auch einen Junggesellenabschied. Warum sollte sich beides auch ausschließen?

26/02/2016

In der Waschküche scheiden sich die Geister

Ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen und nur eine Waschküche: Da sind Konflikte oft schon vorprogrammiert. Mieter ärgern sich über ihre Mitbewohner, die die Waschküche unordentlich zurück lassen: Oder die Vorschriften zum Waschturnus führen zu einem Streit mit dem Vermieter.

Blick in eine Waschküche mit drei Maschienen.

Bildlegende:Geräumige Waschküche in der Überbauung «Les Hiboux» in Zürich. KEYSTONE

Da fragt man sich: Was darf der Vermieter überhaupt vorschreiben und welche Rechte und Pflichten haben Mieter? Kaum diskutieren muss man die Frage, wie man eine Waschküche zurück lässt. Das hat etwas mit Respekt und Anstand gegenüber seinen Mitmietern zu tun.

Schwieriger wird es bei rechtlichen Fragen: Wer zum Beispiel kommt bei Reparaturarbeiten für die Kosten auf? Eine Rechtsexpertin weiss, dass eine Kollektivhaftung, also die Abwälzung der Kosten auf alle Mieter rechtlich nicht zulässig ist. Sie gibt im «Treffpunkt» Antwort auf weitere Fragen und ordnet Erlebnisse und Geschichten der SRF1-Hörerschaft zum Zankapfel Waschküche rechtlich ein.

Wer mit einer eigenen Waschmaschine in seiner Wohnung der Konfliktzone Waschküche ausweichen will, darf nicht eigenmächtig handeln. Er braucht die Zustimmung des Vermieters. Diese Zustimmung wird nicht selten aus Lärmgründen verweigert weil dadurch die übrigen Mieter zu stark beeinträchtigt werden.

Kaum ein Ort generiert in einem Haus soviele Geschichten, wie die Waschküche. Schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen. Vielleicht haben Sie ein Waschküchenproblem auch kreativ lösen können. Das interessiert uns ebenso. Schreiben Sie ins Kommentarfeld unten oder schicken Sie uns ein Mail ins Studio.

Mike La Marr hat genug vom Waschküchenärger (lustiges Video) 🙂

https://youtu.be/qA8YZHPwivE

11/03/2016

Christi Himmelfahrt und Vatertag

Kreuz vor Himmel

CHRISTLICHE TRADITION UND HERRENTAGChristi Himmelfahrt und Vatertag

39 Tage nach Ostersonntag ist Christi Himmelfahrt, in Deutschland auch der offizielle „Vatertag“ und ein Feiertag, und oft – da er immer auf einen Donnerstag fällt – der Beginn für ein langes Wochenende.

In Deutschland wird Christi Himmelfahrt/Vatertag zunehmend als Familienfest gefeiert, um über das verlängerte Wochenende (mit Freitag als Brückentag, der in vielen Schulen frei gegeben wird) in den Kurzurlaub zu fahren.

 

Auch Motorrad-Gruppen-Touren sind an diesem Tag sehr beliebt!

Warum ist der Vatertag immer an Christi Himmelfahrt?

Schon im Mittelalter wurde Christi Himmelfahrt als Vatertag bezeichnet, allerdings im christlichen Sinne, da Jesus zu seinem Vater aufsteigt. Bittprozessionen waren damals üblich, d.h. man marschierte auf Feld und Wiese, um für eine gute Ernte und guten Ertrag zu beten.

Noch heute werden am Vatertag gerne Wanderungen in die Natur unternommen – die oft im Biergarten enden. Ordentlich getrunken wurde aber auch schon im 16. Jahrhundert. Schließlich entwickelte sich aus dieser Tradition die sogenannte „Herrenpartie“, bei der Jugendliche in die „Welt der Männer” eingeführt werden sollten, zu der natürlich auch Alkohol und Tabak zählte …

Eine typische Herrenpartie am Vatertag
Eine typische Herrenpartie am Vatertag: Mit einem Bollerwagen voller Bier

Auch eine Väterbewegung in den USA forderte ungefähr im selben Zeitraum ein Pendant zum „Muttertag“, der 1908 eingeführt worden war. Daher gab es ab 1910 den Vatertag in den USA, seit 1974 ist er dort ein offizieller Feiertag – fällt dort allerdings immer auf den 3. Sonntag im Juni.

In Deutschland erklärten ausgerechnet die Nazi 1936 den christliche Feiertag offiziell zum Vatertag.

Warum ist der Tag für Christen so wichtig?

Der Feiertag entstand aus der Schilderung im Neuen Testament nach Lukas und der Apostelgeschichte, nach denen Jesus nach seiner Auferstehung weitere 40 Tage bei seinen Jüngern weilte, sie lehrte und dann schließlich in den Himmel auffuhr. Laut der Christenlehre sitzt er dort zur „Rechten Gottes“.



Mit der Auferstehung hat Jesus Christus die Vereinigung von Gott und Mensch begründet und ist seitdem an der Seite von Gott und dem Heiligen Geist Teil der Dreieinigkeit.

Zunächst wurde Christi Himmelfahrt an Pfingsten gefeiert, seit 370 ist das Fest ein eigenständiger Feiertag. Gefeiert wird es am Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern und liegt damit entweder im April oder im Mai. In der katholische und auch orthodoxen Kirche ist der Feiertag ein Hochfest, d.h. dass er sehr bedeutend ist.

Bräuche an Christi Himmelfahrt und Vatertag

Lange Zeit galt es an Christi Himmelfahrt nur Geflügel („fliegendes Fleisch) zu essen, da das dem Auffahren in den Himmel nahe kam.

Oft wurde im Gottesdienst eine Christusfigur zum Gewölbe aufgezogen aus dem es dann Blumen und Heiligenbilder regnete. In manchen Gegenden wurde aus dem Kirchengewölbe zudem eine Teufelsdarstellung gestürzt, die dann von der Gemeinde geschlagen wurde.

Auch für den Vatertag gibt es Bräuche, u.a. müssen die tatsächlichen Väter kein eigenes Bier mitbringen. Dies übernehmen die Junggesellen, die ihnen an diesem Tag die Last abnehmen. Es ist gesellschaftlich akzeptiert, dass sich an dem Tag ordentlich daneben benommen werden kann – das wird ordentlich ausgelebt.

29/04/2016

Helgoland – Urlaub auf dem roten Felsen mitten im Meer

Eigentlich ist es ein Wunder, dass Helgoland heute überhaupt noch existiert. Denn am 18. April 1947 wollten britische Soldaten die Militäranlagen der Insel zu sprengen. Dabei nahmen sie die Zerstörung der ganzen Insel in Kauf. Gewaltige Mengen von Torpedoköpfen, Wasserbomben, Granaten und Sprengstoff wurden entzündet. Doch trotz schwerer Schäden blieb Helgoland bestehen. Anschließend nutzte die britische Luftwaffe die Insel bis 1952 als Bombenabwurfplatz. Das alles ist heute Vergangenheit – die Insel lebt und ist ein beliebtes Touristenziel.

Helgoland: Mit dem Fahrstuhl vom Ober- zum Unterland

Helgoland liegt mehr als 40 Kilometer vom Festland entfernt in der Nordsee. Die Hauptinsel ist nur etwa einen Quadratkilometer groß und wird in Ober-, Mittel- und Unterland unterteilt, an vielen Stellen gibt es 50 Meter hohe Klippen. Wer vom Ober- zum niedriger gelegenen Unterland will, steigt zu Fuß die 184 Stufen – oder er nimmt einen eigens konstruierten Fahrstuhl.

Pinneberg und Lange Anna

Auf dem Oberland steht nicht nur der 35 Meter hohe Leuchtturm, der als einziges Gebäude den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Hier findet sich auf dem 61,30 Meter hohen Pinneberg auch die höchste Erhebung des Landkreises Pinneberg, zu dem Helgoland gehört. Außerdem steht an der Spitze des Oberlandes das Wahrzeichen der Insel, die Lange Anna. Der 47 Meter hohe Felsen aus Buntsandstein ragt hier aus dem Meer und lockt zahllose Touristen an.

Neben Seehunden und Robben

Teil von Helgoland ist die 0,7 Quadratkilometer große Insel „Düne“, die bis zu einer Sturmflut im Jahre 1721 direkt mit Helgoland verbunden war. Heute ist sie per halbstündlich verkehrender Fähre angebunden. Mit ihrem 1000 Meter langen feinsandigen Strand dient die Düne den Insulanern als Badeplatz. Die Menschen teilen sich den Strand an einigen Stellen mit Seehunden und Kegelrobben. Fossilienfans suchen nach dem Roten Feuerstein, den es nur hier gibt. Auf Helgoland wird der „rote Diamant“ zu Schmuck verarbeitet. Zwei Restaurants und ein kleiner Supermarkt sorgen dafür, dass kein Badegast hungern muss.

Zollfreier Einkauf auf Helgoland

Wer Helgoland besucht, der kommt natürlich auch wegen des zollfreien Einkaufs. Den gibt es, weil die Insel außerhalb des EU-Zoll- und des deutschen Steuergebietes liegt. Wieviel Sie einkaufen dürfen, erfahren Sie unter dem blau unterlegten Link mit den Zollbestimmungen für die Insel).

Bunte Hummerbuden am Hafen

Zu den Attraktionen der Insel gehören die bunten hölzernen Hummerbuden am Hafen, in denen die Fischer früher wohnten und arbeiteten. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie zerstört und 1952 orginalgetreu wieder aufgebaut. Die Holzhäuschen stehen unter Denkmalschutz und sind heute Unterkünfte für Kneipen, kleine Läden, Galerien und Cafés.

Der Leuchtturm strahlt bis zu den Ostfriesischen Inseln

Ein Wahrzeichen Helgolands ist der Leuchtturm, der im Krieg als Flakturm erbaut wurde und 1952 seine Arbeit als Leuchtturm aufnahm. Sein Licht ist bis zu den Ostfriesischen Inseln zu sehen. Ein Teil des Turms diente früher als Atombunker.

Bunkeranlage und Erinnerung an James Krüss

Auch die Reste der Bunkeranlage sind noch zu sehen. 400 Meter der kilometerlangen unterirdischen Anlagen kann man im Rahmen von Führungen besichtigen, die vom Helgoland-Museum angeboten werden. Auch Fans des berühmten Kinderbuchautors James Krüss (1926-1997) zieht es in dieses Museum, denn dort sind drei Hummberbuden mit Erinnerungen an James Krüss eingerichtet. Schließlich ist der Autor so wunderbarer Werke wie „Timm Thaler“ oder „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ ein echter Helgoländer. Im Museum sind Manuskripte, CDs und vieles mehr zu sehen.

Zugvögel auf dem Lummenfelsen

2000 Betten für Touristen gibt es auf Helgoland, das zu allen Jahreszeiten reizvoll ist: Im Frühjahr und Herbst ist die Insel Rastplatz für zigtausende von Zugvögeln, die unter anderem auf dem Lummenfelsen brüten. 2000 Trottellummen sind hier zu sehen – kein Wunder, dass sie zum Charaktervogel von Helgoland geworden sind.

Helgoland: Infos für Besucher

  • Anreise: mit dem Schiff, z.B. dem Seebäderschiff ab Cuxhaven oder der Schnellfähre ab Hamburg, Wedel bzw. Cuxhaven (Fahrzeit 75 Minuten). Reedereien: u.a. Cassen-Eils (Fahrpläne unter cassen-eils.de), Helgoline (helgoline.de), mit dem Katamaran Halunder-Jet ab St. Pauli Landungsbrücken in Hamburg, Wedel und Cuxhaven: halunder-jet.de. Mit dem Flugzeug: Ab Heide/Büsum und Bremerhaven
  • Fahrpreis: je nach Saison und Anbieter 40 bis 48 Euro (Erwachsene) bzw. 20 bis 25 Euro (Kind bis 14 J.) für ein Hin- und Rückticket (Tagesausflug); Einfache Fahrt: 30-32 bzw. 15-16 Euro, Katamaran: 67,70 bis 115,20 Euro (33,90-57,60 Euro) je nach Reisezeit und Klasse (Hin- und Rückfahrt), einfache Fahrt: 50,80-85,60 (25,40-42,90 Euro)
  • Klima: wärmste Monate sind Juli und August (18 bis 18,5 Grad), kältester ist der Februar (3,3 Grad), Wassertemperatur im August bei 17 Grad
  • Museum Helgoland: Kurpromenade 8. (Von der Landungsbrücke rechts um das Hotel Atoll herum auf der Kurpromenade Richtung Schwimmbad. Museum liegt hinter dem Minigolfplatz). Geöffnet tgl. 10-14.30 Uhr, Erwachsene 4, Kinder 2 Euro. Bunker: Führung Mo-Sa, 16.30 Uhr, So, 10 Uhr. Anmeldung: Tel. 04725/813713, Eintritt 6,50, erm. 3 Euro. Internet: www.helgoland-museum.de
  • Fremdenverkehrsamt: Lung Wai 28, 27498 Helgoland, tel. 04725/81430, helgoland.de

Hier finden Sie weitere Tipps für Reisen an die Nordsee

27/05/2016

Spargel: Wann beginnt / endet die Spargelzeit?

Grundsätzlich beginnt die Spargelzeit, wenn es den ersten Spargel gibt. Und den ersten Spargel gibt es ungefähr Ende April. Das mag jetzt vielleicht ein bisschen banal klingen, aber einen festen Termin gibt es nunmal nicht.

Wann beginnt die Spargelzeit 2016 ?

Die Spargelernte ist vor allem vom Wetter abhängig. In manchen warmen Jahren fällt daher der Beginn der Spargelzeit früher aus, in manchen Jahren muss man etwas länger auf den ersten Spargel warten.

Die Spargelsaison 2015 begann in manchen Regionen Deutschlands dank des warmen Wetters etwas früher, als üblich. In Baden wurde bereits im Mitte März der erste Spargel gestochen.

Die Spargelsaison 2016 begann etwas später, als die des Vorjahres, obwohl der WInter wieder relativ mild war. In Beelitz bei Berlin wurde die  Offizielle Eröffnung der Beelitzer Spargelsaison 2016 am Donnerstag, den 14. April 2016  gefeiert – andernorts ging es schon zwei Wochen früher los. .Allerdings sei an dieser Stelle angemerkt: früher Spargel hat seinen Preis. Der erste Spargel ist natürlich immer etwas teurer, als der Spargel der Hauptsaison – aber das wird für die wahren Fans wohl einerseits bekannt sein – und andererseits kein Argument, nicht gleich beim ersten Spargel zuzugreifen.

Wann die Spargelsaison 2017 beginnt lässt sich zurzeit natürlich noch nicht sagen.

Wann endet die Spargelzeit 2016 ?

Wenn die Saison einmal begonnen hat stellt sich eigentlich nur noch die folgende Frage: Wie lange dauert die Spargelzeit? Traditionell geht die Spargelzeit bis zum Johannistag – dem 24.Juni. Danach wird eigentlich kein Spargel mehr gestochen.

Frischer Spargel Spargelzeit: frischer Spargel

Man könnte theoretisch auch noch weit über den 24. Juni hinaus Spargel ernten. Dann würde die Ernte im folgenden Jahr allerdings entsprechend mager ausfallen. Dieser ‚Stichtag‘ wird also eigentlich grundsätzlich von allen Spargelbauern quasi aus Eigennutz beachtet. So werden die Äcker geschont – und so kann auch im folgenden Jahr wieder eine reiche Spargelernte eingefahren werden.

Im Sommer 2013 wurde die Spargelsaison allerdings offiziell verlängert. Die Saison hatte wegen schlechten Wetters relativ spät begonnen, und im Juni gaben die Äcker noch genug Spargel her. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.

Sie können die Spargelzeit kaum noch abwarten ?

Tja – da geht es Ihnen genau wie mir. Und besonders schwierig wird das Warten, wenn man schon vor Beginn der eigentlichen Spargelernte im Supermarkt mit importiertem Spargel konfrontiert wird. Der sieht zwar auch immer verlockend gut aus, aber ich persönlich bevorzuge doch frisch geerteten regionalen Spargel. Das ist einerseits ökologisch sinnvoll, wegen der kurzen Transportwege – und andererseits ökonomisch sinnvoll, weil man die regionale Landwirtschaft unterstützt. Aber der wichtigste Grund ist vermutlich der Geschmack: frisch geernteter Spargel schmeckt einfach besser.

Spargel klassisch: Kartoffeln Schinken Butter IMG_2611

Spargel-Klassiker: mit Kartoffeln, Schinken, Butter und Petersilie

 

 

 

 

 

Deja un comentario