Rincón del lector Alemán Intermedio

 

24/10/2014

Tag der Deutschen Einheit    

Feiertage & Feste

Am 3. Oktober feiern wir in Deutschland den Tag der Deutschen Einheit. Dieser Tag ist der deutsche Nationalfeiertag. Und zwar seit 1990. Es ist also ein relativ junger Feiertag. Er markiert die Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, also von Ost- und West-Deutschland. Dieser 3. Oktober ist übrigens auch der einzige staatliche Feiertag – alle anderen Feiertage sind von den Bundesländern festgelegt. Das bedeutet: Den 3. Oktober feiert man in ganz Deutschland – viele andere Feiertage beispielsweise nur in Bayern und Baden-Württemberg oder in anderen Bundesländern.

Für mich persönlich hat dieser Tag eine besondere Bedeutung. Denn ich habe am 17. Juni Geburtstag. Und der 17. Juni war von 1954 bis 1990 der Tag der deutschen Einheit. Als Kind hatte ich also immer an meinem Geburtstag frei, ich musste nicht in die Schule gehen.

Es gibt aber noch ein Datum, das mit dem Tag der Deutschen Einheit in Verbindung gebracht wird. Der 9. November. Denn am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Also überlegte man, diesen Tag zum Nationalfeiertag zu machen. Aber: Das Datum war das gleiche wie das der Reichspogromnacht. Am 9. November 1938 wurden über 1400 Synagogen, Geschäfte und Wohnungen von Juden und sogar Friedhöfe zerstört, viele Juden wurden umgebracht. Daher ist der 9. November kein Datum, das man feiern möchte. Also einigte man sich auf den 3. Oktober.

Aber auch diesen 3. Oktober fanden nicht alle Politiker gut. Denn ein neuer Feiertag bedeutet auch, dass an diesem Tag fast niemand arbeitet – und dadurch für diesen Tag keine Steuer an den Staat bezahlt wird. 500 Millionen Euro sollen dem Staat durch diesen einen Feiertag fehlen. Also überlegte die Regierung, den Tag der Deutschen Einheit zu verlegen – und zwar auf den ersten Sonntag im Monat Oktober. Aber dieser Plan wurde nicht umgesetzt.

Wie feiern wir Deutschen diesen Tag? Es gibt in einer Stadt in Deutschland ein so genanntes Bürgerfest. Dieses Jahr findet dieses Bürgerfest in München statt, zeitgleich übrigens mit dem Oktoberfest. Auch in Berlin wird an diesem Tag gefeiert. Ich kenne aber niemanden, der diesen Feiertag wirklich feiert. Wir freuen uns, dass wir an diesem Tag nicht arbeiten müssen – aber mehr auch nicht. Vielleicht ist das bei manchen Deutschen anders, aber hier im Süden ist es eben so.

21/11/2014

Hochzeit

Im Sommer heiraten besonders viele Paare. Deswegen habe ich mir gedacht ich erzähle Euch heute etwas über Hochzeiten in Deutschland. Die beliebtesten Monate sind Mai und Juni, aber auch in den anderen Monaten finden viele Hochzeiten statt. Vor der Heirat steht dieVerlobung. Sie ist in Deutschland viel weniger wichtig als beispielsweise in den USA. Es gibt weder einen großen Diamantring, noch eine große Feier.

Wer in Deutschland heiraten möchte, der muss in erster Linie eine Menge Papierkramerledigen. Also Dokumente vorweisen bei den staatlichen Behörden. Wenn das erledigt ist, kann man standesamtlich heiraten. Man geht also an einem vereinbarten Termin zumStandesamt, und dort wird man vom Staat verheiratet. Meist geht das sehr schnell. Der Standesbeamte, der die Zeremonie leitet, spricht aber dennoch einige Worte, um das Paar auf eine gemeinsame Zukunft einzustimmen.

Es gibt verschiedene Standesämter. Manchmal sind das nur relativ offizielle Büroräume, ohne Schmuck. Manchmal sind es aber auch alte Rathaussäle, kleine Schlösser oder man kann auch auf Burgen oder auf Inseln heiraten. Deutsche heiraten aber fast immer in Gebäuden. Hochzeiten im Freien, wie sie in Amerika üblich sind, gibt es hier kaum. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Wetter einfach zu schlecht ist.

Zur Heirat im Standesamt braucht man nur als Paar anwesend sein. Früher war es Pflicht,Trauzeugen zu haben. Das waren zwei Menschen, die dem Paar nahe standen und die als Zeuge bei der Trauung anwesend waren. Heute ist das gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben. Wer möchte, kann nach der standesamtlichen Trauung auch noch einmal kirchlich heiraten. Wer zum Beispiel katholisch ist, der heiratet dann in einer katholischen Kirche noch einmal. Da die meisten Deutschen aber nicht sehr religiös sind, ist ihnen die kirchliche Trauung eher wichtig, weil es hier um ein feierliches Ritual geht. In der Kirche gibt es festliche Musik, die Braut trägt ein schönes weißes Kleid, und alle Freunde und Verwandten können dabei sein.

Wie groß eine Hochzeit ist, bleibt dem Brautpaar überlassen. Natürlich gibt es Feiern mit über 100 Gästen, aber viele Paare ziehen es vor, in kleinem Kreis zu feiern. Häufig ist es auch so, dass man nur mit wenigen Gästen die eigentliche Hochzeit feiert – und später dann ein großes Fest feiert mit allen anderen Freunden und Verwandten.

Oft ist es so, dass am Samstag Vormittag im Standesamt geheiratet wird, und danach in der Kirche. Es gibt aber auch viele Paare, die zwischen beiden Trauungen Monate oder sogar Jahre vergehen lassen. Völlig unüblich ist es, mehrere Trauzeugen zu haben, so wie in den USA. Auch das „Rehearsal Dinner“ gibt es nicht. Stattdessen gibt es einen Polterabend, bei dem man den letzten Single-Abend des Paares feiert. Dabei wird Geschirr zerbrochen, das das Paar dann zusammenkehren und aufräumen muss. Scherben sollen Glück bringen.

Nach der Eheschließung im Standesamt oder in der Kirche wird natürlich noch gefeiert. Man isst zusammen, tanzt und freut sich mit dem Brautpaar. Wichtig ist der erste Tanz von Brautund Bräutigam, der erste Walzer, den sie gemeinsam tanzen. Dabei sehen ihnen alle zu, um danach aber mitzutanzen. Ein Brauch ist es auch, gemeinsam die Hochzeitstorteanzuschneiden. Es gibt viele verschiedene Rituale und Bräuche. Manchmal sägen Braut und Bräutigam gemeinsam einen Baumstumpf ab – Teamwork sozusagen. Viele Feiern gehen bis weit nach Mitternacht, und wenn das Brautpaar nicht gleich in die Flitterwochen fährt, feiern sie bis zum Ende mit.

Die Deutschen heiraten sehr spät. 2004 war ein deutscher Mann statistisch gesehen im Durchschnitt 36 Jahre alt bei der Heirat. Die Frau war 33 Jahre alt. Übrigens scheitert in Deutschland ungefähr jede dritte Ehe. Das heißt, dass von drei Ehepaaren sich eines scheiden lässt.

12/12/2014

Briefe an das Christkind

“Liebes Christkind”, so fängt der Wunschzettel der meisten Kinder an. Viele Familien pflegen diese weihnachtliche Tradition. Wunschlisten von früher und heute verraten viel über das Leben verschiedener Generationen.‎

Auf einem Wunschzettel zu Weihnachten im Jahr 1899 wünscht sich ein Mädchen eine “Zahntube Calodont”. Zahnpasta in Tuben war Ende des 19. Jahrhunderts etwas sehr Modernes und wohl auch für ein kleines Mädchen etwas Begehrenswertes. Diesen und andere Wunschzettel kann man sich in einer Weihnachtsausstellung im Dortmunder Kunstmuseum ansehen.

Andere Kinder wünschen sich Spielzeug, eine Mütze, Schulhefte oder dass die Mutter endlich gesund wird. Auf einem aktuellen Wunschzettel hat ein kleiner Junge verschiedene Bildchen mit Preisschildern aus Katalogen ausgeschnitten und aufgeklebt. Text gibt es außer der Überschrift keinen, die ist aber in Schönschrift geschrieben: “Wunschzettel für Weihnachten”.

Nicht immer lagen an Heiligabend Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Die Tradition derBescherung gibt es erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Historikerin Isolde Parussel erklärt: “Die Veränderung von Weihnachten hin zum Geschenkfest hängt natürlich auch damit zusammen, dass es im Zuge der Industrialisierung viel mehr Geschenke und Spielzeug zu kaufen gab.” Und so bietet die Industrie zum Beispiel auch Vordrucke an, auf denen man Produkte eines Herstellerseinfach ankreuzen kann.

Während in manchen Familien das Christkind die Geschenke bringt, kommt in anderen der Weihnachtsmann durch den Kamin. Früher wie heute müssen die Kinder auf die gleiche Frage mit “Ja” antworten können, damit sie die gewünschten Dinge tatsächlich auf dem Gabentisch finden, nämlich: “Warst Du auch immer brav?”

Glossar

Christkind, das – Jesus Christus, der als neugeborenes Kind, meist als Engel dargestellt, ein Symbol für das Weihnachtsfest ist

Wunschzettel, der – das Papier, auf das man schreibt, was man sich wünscht

eine Tradition pflegen – eine Tradition weiterführen

Generation, die – eine Gruppe von Menschen, die zur gleichen Zeit geboren sind

Zahntube, die – gemeint ist: die Zahnpastatube

etwas Begehrenswertes – etwas, das man sehr gerne haben möchte

etwas ausschneiden – mit einer Schere ein Stück aus etwas herausnehmen

etwas aufkleben – etwas mit Kleber auf etwas anderem befestigen

Heiligabend, der – der Geburtstag von Jesus Christus; der Abend des 24. Dezember

Bescherung, die – hier: das Überreichen der Geschenke an Weihnachten

mit etwas zusammenhängen – hier: die Folge von etwas sein

im Zuge von etwas – durch etwas

Industrialisierung, die – die Zeit, in der die schnelle industrielle Entwicklung die Gesellschaft und den Konsum stark verändert hat

Vordruck, der – das Papier, auf dem schon etwas geschrieben ist; das Formular

Hersteller, der – eine Firma, die ein Produkt erzeugt

etwas ankreuzen – etwas wählen, indem man mit dem Stift ein Kreuz macht

Gabentisch, der – der Tisch, auf dem die Geschenke liegen

brav – lieb

27/02/2015

                                                                           Fasching oder Karneval

 

Ludo aus Belgien hat mich daran erinnert, dass ich noch keine Folge zum Thema Karneval gemacht habe.  Also wird es höchste Zeit!

Erstmal zum Begriff Karneval: Hier in Bayern sagt man  Fasching dazu, in Baden-Württemberg Fastnacht. Und dieser Begriff sagt am besten, worum es geht: Um die Zeit vor der Fastenzeit.                           Diese beginnt am Aschermittwoch, und die Fastenzeit ist vor allem in katholisch geprägten Gegenden nach wie vor wichtig.

Während also in der Fastenzeit darum  geht,  weniger oder gar nichts zu essen oder                                             auf  bestimmte Genüsse  zu verzichten, geht es in der Zeit davor um ausgelassenes Feiern.

Die Menschen verkleiden sich. In Städten wie Köln gibt es riesige Karnevalsumzüge – dann ziehen               die verkleideten Menschen mit Musikkapellen und riesigen Wagen durch die Stadt.                                             Sie werfen Kamelle – also Bonbons – in die Menge und rufen „Alaaf!“. Andernorts ruft man „Helau!“.           Die Karnevalshochburg Köln ist in dieser närrischen Zeit im Ausnahmezustand.                                                 Es wird gefeiert und getrunken, das normale Leben steht still.

Letztes Jahr war ich in Konstanz am Bodensee – dort wird die alemannische Fasnacht gefeiert.                     Es hat mir sehr gut gefallen. Es war traditioneller als in Köln. Die Menschen haben alte und sehr wertvolle Kostüme und Masken getragen, die so genannte Guggemusik war überall zu hören –                         Es war einfach wunderbar.

Auch im Fernsehen wird man vom Fasching nicht verschont – die so genannten Prunksitzungen werden manchmal sogar live übertragen. Dort stehen erwachsene Menschen verkleidet am Mikrofon und erzählen Witze.  Ich finde das ehrlich gesagt überhaupt nicht lustig. Es gibt übrigens viele Vereine,               die sich mit dem Fasching oder Karneval beschäftigen. Und diese Vereine wählen dann auch gerne ein Prinzenpaar – also einen Faschingsprinzen und eine Faschingsprinzessin –                                                 die dann für kurze Zeit die Stadt „regieren“.

Was passiert an den einzelnen Tagen? Los geht’s am Donnerstag. Oder auch „schmutziger Donnerstag“ oder „unsinniger Donnerstag“ oder auch Weiberfastnacht. In Konstanz, wo ich aufgewachsen bin,         ziehen die Frauen  durch die Büros, schneiden den Männern die Krawatten ab und holen sie                      aus der Arbeit. Nach dem Wochenende kommen dann noch Rosenmontag und Faschingsdienstag –        bis am Aschermittwoch alles beendet.

Hier in München gibt es beispielsweise auf dem Viktualienmarkt, einem sehr großen Obst- und Gemüsemarkt  mitten in der Altstadt, den „Tanz der Marktweiber“. Sonst bleibt München                                   in der Faschingszeit eher ruhig.  Und das finde ich auch gut so.                                                                             Dass Fasching ist, merke ich vor allem beim Bäcker: In der Zeit vor dem Aschermittwoch gibt es überall Krapfen zu kaufen – also in Fett ausgebackene runde Kugeln,                                                                   die mit Marmelade oder Creme gefüllt sind. In anderen Teilen Deutschlands heißen sie Berliner.

In diesem Sinne: Alaaf und Helau!

 

 

27/03/2015

                                                                   FRÜHLING

Hier in München liegt noch Schnee. Seit November frieren wir hier, laufen mit dicken Jacken und Schals umher und stapfen mit Stiefeln durch den Schnee. Wir warten alle sehnsüchtig auf den Frühling. Noch wenige Tage, dann wird es so weit sein!

crocus-318293_1280Der Frühling ist die Lieblings-Jahreszeitvieler Menschen. Vor allem in Regionen wie unserer, wo der Winter recht lang und kalt ist, freut man sich auf die ersten warmen Sonnenstrahlen. Hier in München ist das besonders extrem: Auch wenn es nur wenige Grad über Null ist, sitzen die Münchner schon draußen auf den Terrassen der Cafés oder am Straßenrand, trinken Kaffee und genießen die ersten Sonnenstrahlen. Die Cafés kennen das schon – die Betreiber legen extra warme Decken auf die Stühle, mit denen man sich die Beine zudecken kann.

tulips-177889_640Meistens kommt der Frühling dann doch ziemlich schnell: Von heute auf morgen wird es warm und freundlich, die Sonne scheint, der Schnee schmilzt und die Tage werden merklich länger. Die ersten Frühlingsboten sind die Krokusse, das sind kleine Blumen, die sich durch den kalten und harten Boden kämpfen, sobald die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen. Auch die Schneeglöckchen kommen dann hervor. Etwas später folgen Tulpen, die fast jeder Gartenbesitzer in seinem Garten gepflanzt hat, und gelbe Narzissen, die die typischen Frühlingspflanzen sind und auch „Osterglocken“ genannt werden.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wenn die Natur im Frühling zum Leben erwacht. Den ganzen Winter über wirken Blumen und Bäume wie tot, als wären sie abgestorben. Wenn die Temperaturen steigen, sprießen die Blätter und Blüten und man hat den Eindruck, man könnte sie dabei beobachten, so schnell geht das. Die braunen und gelben Wiesen und Felder werden saftig grün, und hier in München kann man vor allem sehen, wie die Kastanienbäume ihre riesigen Blätter entfalten.

eggs-591704_640Schön ist es auch, die Vögel zu beobachten: Eifrig sammeln sie kleine Stöcke und Grashalme, um Nester zu bauen und ihre Eier auszubrüten. Dann sieht man die jungen Vögel bei ihren ersten Flugversuchen, und das Gezwitscher draußen ist ein wunderbares Konzert.

Im Nu ist Ostern, und dann steht auch schon der Sommer vor der Tür. Ich genieße es, vier ausgeprägte Jahreszeiten zu haben. Natürlich nervt mich der Winter manchmal, aber ich würde nicht in einem Land wohnen wollen, wo es immer warm ist. Jede Jahreszeit hat ihren Vorteil. Im Winter ist es hier bei uns besonders kuschelig, man verbringt gerne Zeit zu Hause im Warmen, trinkt Tee und zündet Kerzen an. Im Frühling freut man sich über die Wärme, über die Blütenpracht, verbringt wieder mehr Zeit im Freien. Im Sommer sind die Deutschen ohnehin jede Minute draußen, und im Herbst wird es dann langsam wieder gemütlicher und man verabschiedet sich vom Sommer.

 

 

23/10/2015

 Privatschulen sind im Trend

Der Rückgang der Schülerinnen und Schüler um 4 Prozent im aktuellen Schuljahr ist schnell erklärt: Die Deutschen bekommen heute weniger Kinder – im Durchschnitt 1,47 Kinder pro Frau, 1960 waren es noch 2,5 Kinder. Doch mit der verstärktenZuwanderungkönnen sich diese Zahlen bald ändern.

79 Prozent mehr Privatschulen

Ob Waldorfschule, Montessorischule oder eine Schule in kirchlicher Trägerschaft – jeder 11. Schüler in Deutschland sucht eine Alternative zum staatlichen Schulwesen. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, gibt es heute 79 Prozent mehr private Schulen in Deutschland als noch 1992.

Hoher Unterrichtsausfall

Woher kommt dieses Wachstum? Neben dem Argument, dass die Kinder auf Privatschulen individueller gefördert werden, beklagen Eltern die enorm hohen Unterrichtsausfälle an deutschen staatlichen Schulen: Pro Woche fallen im Schnitt eine Million Stunden aus. An Gymnasien sind das 2.000 Stunden jeden Schultag, berichtet der Philologenverband. Das Problem: Es gibt kaum Vertretungslehrer.

Argumente pro Privatschule

Privatschulen arbeiten eigenständig und können sich schnell an neue Entwicklungen anpassen. Sie arbeiten wie Wirtschaftsbetriebe und sind auf die Zufriedenheit ihrer Schüler und vor allem der Eltern angewiesen. Private Schulen stellen ihre Lehrer selbst ein und können sich aussuchen, wer zu ihrem Schulkonzept am besten passt. Unterrichtsausfall ist an den meisten freien Schulen ein Fremdwort.

Der Erfolg von Schülern beim Bildungsabschluss ist in öffentlichen Schulen und Privatschulen übrigens nahezu gleich. In privaten Gymnasien erreichten 85,6 Prozent im Gegensatz zu 85 Prozent an staatlichen Gymnasien das Abitur.

20/11/2015

Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind…

Wenn der Sommer endet und der Herbst in Deutschland einzieht, wird es gemütlich: Es beginnt die Zeit der Feiertage. Ein Höhepunkt ist St. Martin am 11. November. Jedes Kind in Deutschland kennt das Lied, das dem Heiligen Martin gewidmet ist.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt ihn warm und gut.

Dieses Lied hört man am Abend des 11. November überall, wenn die Umzüge stattfinden. Das Martinslied erzählt die Legende von Martin von Tours: Er war römischer Soldat und hat seinen Mantel mit einem Bettler geteilt. Ein Reiter in einem roten Mantel begleitet daher oft die Umzüge. Die Kinder laufen mit selbst gebastelten Laternen durch die Städte und Dörfer und singen traditionelle Lieder.

Ein Festmahl: Das Gänseessen

Und dann wird es gemütlich: Man trifft sich zum traditionellen Festmahl – der Martinsgans. Viele Familien und Restaurants veranstalten im Herbst ein Gänseessen. Sehr häufig isst man dazu Rotkohl und Kartoffelklöße. Woher aber kommt dieser Brauch? Eine Erklärung ist diese: Martin von Tours war sehr bescheiden und soll sich in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof geweiht werden sollte. Doch das lauteGeschnatter der Gänse verriet ihn.

11/12/2015

Oh du fröhliche Weihnachtszeit, Geschenkezeit

Zu Weihnachten gehört die Adventszeit. Schon im antiken Rom wurde die Adventszeit gefeiert. Papst Gregor I. (um 604) hat sie auf vier Sonntage festgelegt. In dieser Zeit sollen sich die Christen auf das Fest der Geburt Christi vorbereiten – Advent bedeutet Ankunft. Davon handelt der Text des bekanntesten deutschen Weihnachtsliedes „Oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit, Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, Christenheit!“

Weihnachten ist Kommerz

Fröhlich sind vor allem die Händler, denn zu Weihnachten gehören die Geschenke. Für sie ist Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres: Dies ist die umsatzstärkste Zeit im deutschen Einzelhandel. Viele erwirtschaften rund ein Viertel ihres Jahresumsatzes im November und Dezember. Fröhlich sind auch die Kinder, deren Eltern sich die teuren Geschenke leisten können: Die beliebtesten Wünsche sind Smartphones undSpielekonsolen. Nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young wollen die Deutschen in diesem Jahr im Durchschnitt 273 Euro ausgeben, 43 Euro mehr als 2012.

Weihnachten ohne Kommerz

Früher gingen die Menschen in dieser Zeit häufig in die Kirche und haben gefastet. Es war eine stille Zeit, eine besinnliche Zeit. Geschenke wurden meistens selber gebastelt. Viele Deutsche Familien denken inzwischen aber auch anders: Oft schenken sich die Erwachsenen nichts mehr gegenseitig. Andere planen nur ein einziges Geschenk oder, dass nur Selbstgemachtes verschenkt werden soll.

29/01/2016

Deutsch ist eine schöne Sprache – und schafft gute Berufsaussichten

Die 158 Goethe-Institute, die in 93 Ländern Kultur, Sprache und Information über Deutschland vermitteln, haben 2011 fast 235.000 Sprachschüler unterrichtet. DerDeutsch-Boom ist nach Meinung von Fachleuten auch eine Folge der Wirtschaftskrise. Nach Einschätzung von Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, seien vor allem junge Leute an Deutsch als Fremdsprache interessiert, damit sie ihre Berufschancen verbessern.

Deutsch ist schön

Mit Deutsch als Sprache beschäftigen sich viele Institutionen, so auch die Gesellschaft für die deutsche Sprache (GfdS). Jedes Jahr wählt sie aus Einsendungen von Bürgern die „Wörter des Jahres“. 2012 stand das Wort „Rettungsroutine“ auf Platz 1, gefolgt unter anderem von „wulffen“ und „Gottesteilchen“.

Deutsch ist nützlich

Deutsch zu lernen ist sinnvoll, wenn man in Europa arbeiten möchte. Das erklärt der australische Schüler Dominic Byrne: „Wer in Europa arbeiten will, muss sehr oft beweisen, ob man Deutsch sprechen kann. Die deutsche Sprache ist wirklich der Schlüssel zu Europa. Wenn man Deutsch sprechen kann, dann öffnet sich die Tür für zahlreiche Möglichkeiten.“

26/02/2016

 Schön verpackt ist auch ganz schön viel Müll

213 Kilo Verpackungsmüll erzeugt jeder einzelne Deutsche. Das sind Zahlen aus dem Jahr 2013 – kleiner ist der Müllberg seither sicher nicht geworden. So viel Müll entsteht, weil die Deutschen sehr gerne ihre Waren im Internet bestellen. Dank des Online-Handels ist seit 2003 die Pro-Kopf-Menge von 187,5 Kilogramm Müll auf fast 213 Kilogramm gestiegen.

Was wird recycelt?

Ohne Verpackung lassen sich Waren nicht transportieren. Verpackungen aus Papier,Pappe oder Karton haben dabei den größten Anteil – über 7 Millionen Tonnen. Hinzu kommen die Verpackungen aus Kunststoffen (2,8 Millionen Tonnen), Glas (2,8 Millionen Tonnen) und Holz (2,7 Millionen Tonnen).

Ohne Wiederverwertung – Recycling- würde man diese Mengen an Abfall nichtbewältigen. Jeder kennt die typischen gelben Tonnen oder Säcke: Hier werdenLeichtverpackungen gesammelt, sortiert und wiederverwertet. Weißblech, Aluminium, verschiedene Kunststoffarten werden wieder verwendet. Auch Papier und Pappe werden gesammelt und wieder zu Papier verarbeitet.

Die Verpackungsverordnung

Schon im Jahr 1991 ist die Verpackungsverordnung entstanden. Danach müssen die Hersteller ihre Verpackungen zurücknehmen. Anschließend müssen sie die Verpackungen erneut verwenden oder verwerten.

11/03/2016

 Stadtportrait: Köln ist nicht nur Karneval

Köln – die Römerstadt

Gegründet wurde Köln im Jahr 38 vor Christus von den Römern. Die Stadt entwickelte sich im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus zu einer der bedeutendsten Städte des römischen Reiches. Sie lockte Händler und Handwerker aus allen Ländern an. Noch immer finden sich in den Tiefen der Erde Reste von Römerbauwerken. Die Spuren der Römer lassen sich übrigens am besten im Römisch-Germanischen Museum erkunden – direkt neben dem Dom.

Der Kölner Dom

Die Kathedrale trägt den offiziellen Namen “Hohe Domkirche St. Peter und Maria” und ist knapp 158 Meter hoch. Seine lange Geschichte begann schon im Jahr 800. 1238 wurde der Grundstein des gotischen Baus gelegt, offiziell fertig war er dann 1880. Gebaut wird am Dom aber bis heute. Hier liegen die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Der Dom gehört mit rund sechs Millionen Besuchern aus aller Welt zu den beliebtesten Bauwerken Deutschlands – und zu den teuersten. Rund zehn Milliarden Euro wurden für den Kölner Dom bisher ausgegeben.

Einen tollen Blick hat man von oben, aber es sind 533 Stufen bis in die Spitze. Von der anderen Rheinseite aus geht es bequemer mit dem Aufzug: Vom „Triangle“, ein 103,20 Meter hohes Gebäude, hat man einen tollen Rundblick über die ganze Stadt.

Kölsch und Karneval

Allein der Rosenmontagsumzug an Karneval ist 7,5 Kilometer lang und dauert rund fünf Stunden. Fast 1.500 Tanzgruppen begleiten den Zug und ebenso so viele Sicherheitsleute. Rund 1,5 Million Jecken fangen an die 300 Tonnen Süßigkeiten auf.

Kölsch, das in Köln gebraute Bier, wird an Karneval natürlich auch getrunken. In denKneipen werden rund 30 Millionen Liter Kölsch nur an Karneval verbraucht.

29/04/2016

April, April oder: Haben die Deutschen Humor?

Aprilscherz

Hier eine deutsche humoristische Tradition: Der Aprilscherz. Die Redensart „in den April schicken“ stammt nämlich aus Deutschland. Bereits 1618 taucht sie erstmals auf und bedeutet: Jemanden mit einer falschen Information hereinlegen.

Dass die Deutschen aber auch über sich selbst gut lachen können, beweist ein Aprilscherz aus dem Schwabenland. Der Leiter der Volkshochschule Calw hatte zum 1. April einen „KehrwochenKompaktkurs“ ins Programm genommen, darunter die entsprechenden Techniken zum Greifen der Geräte und Schrubben. Eigentlich dachte er, dass niemand reagieren würde. Es meldeten sich über 100 Interessenten.

Deutsche Tugenden

Deutsche Tugenden wie Genauigkeit und Bürokratie sind oft Ziel von Witzen, wie in diesem Beispiel: Ein Deutscher und ein Amerikaner wetten, wer schneller ein Haus bauen kann. Nach einem Monat erklärt der Amerikaner: „In 14 Tagen bin ich fertig!” Darauf der Deutsche: „Noch 14 Formulare und dann fang ich an!“

Deutscher Humor und Comedy im Fernsehen

Für viele Lacher im deutschen Fernsehen sorgen seit einigen Jahren Komiker wie Abdelkarim, Kaya Yanar oder Bülent Ceylan. Sie gehören zur Ethno-Comedy, die die Themen Migration und Integration und das Leben als Ausländer in Deutschland aufs Korn nimmt.

27/05/2016

 

 Auf die sanfte Tour – Ökotourismus

Ökotourismus contra Massentourismus

Ökologischer Tourismus, kurz Ökotourismus, ist ein umweltfreundlicher Tourismus. Seit Ende der 1980er Jahre ist das Konzept bekannt. Ökotourismus ist nachhaltig und trägt zur Finanzierung des Schutzes der Natur bei.
Der Massentourismus, so heißt es im Lexikon der Nachhaltigkeit, wird seit Anfang der 1980er Jahre von den Umwelt- und Naturschutzverbänden kritisiert, denn er verursacht Umweltbelastungen. Das gilt vor allem dann, wenn Millionen Menschen mit Auto oder Flugzeug verreisen. Der Anteil des weltweiten Tourismus an den Treibhausgasemissionen beträgt ca. 9 Prozent.

Brandenburg und seine geschützten Naturlandschaften

Beim Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen 2012/13 ist die Uckermark, im Nordosten Brandenburgs, die Siegerregion. Hier dreht sich alles um das Erleben von Natur. 60 Prozent der Fläche sind als „Nationale Naturlandschaften“ geschützt. Hierzu gehören der Nationalpark Unteres Odertal, ein Biosphärenreservat und ein Naturpark mit Anschluss an die Mecklenburgische Seenplatte.

Tourismus in den Alpen

Im Ökotourismus arbeiten Tourismus und Naturschutz zusammen. Im Alpenraum als eine der größten Tourismusregionen der Welt sind vor allem die Skiregionen mit ihren riesigenLiftanlagen typisch für den Massentourismus. Doch die Einnahmen garantieren den Alpenbewohnern ein wichtiges Einkommen. Hier sind sinnvolle Konzepte gefragt, etwa wie Shuttle-Services, damit man auf das Auto verzichten kann. Im Lesachtal in Österreich sind zum Beispiel Bettenburgen ein Tabu, die Häuser unterliegen strengen Vorschriften. Die Gebäude sind beschränkt auf Erdgeschoss, ersten Stock und Dachgeschoss.

 

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